Korbflechten: ein uraltes Handwerk
Korbflechten bezieht sich auf die Technik des Flechtens von Pflanzenfasern wie Weide, Bambus und Rattan sowie auf die mit dieser Technik hergestellten Gegenstände wie Körbe, Möbel oder Dekorationsgegenstände. Es ist eine Praxis, die mindestens 10 000 Jahre alt ist und auf allen Kontinenten, insbesondere in China, zu finden ist. Ursprünglich zur Herstellung von Körben für den Transport von Lebensmitteln und zur Lagerung verwendet, wurde dieses Wissen von Generation zu Generation weitergegeben und im Laufe der Jahrhunderte mit Techniken und Stilen aus verschiedenen Regionen der Erde angereichert.
Die Körbe von Les Jardins de la Comtesse werden ausschließlich aus Weidenruten hergestellt.
Hier erklären wir Ihnen die verschiedenen Schritte bei der Herstellung eines Picknickkorbs aus Weide, von der Ernte der Weide bis zur Fertigstellung des Korbs mit Zubehör.
Anbau und Ernte
Die Weide, die wir für unsere Körbe verwenden, stammt von einer Weidenart namensSalix Viminalix oder „Korbweide“, die in gemäßigten Klimazonen weit verbreitet ist. Die Weide wird jedes Jahr geerntet. Um stärkere Stränge (Ruten) zu erhalten, können sie alle zwei Jahre geerntet werden. Die Ernte kann im Winter oder im Frühjahr erfolgen, nachdem die Blätter abgefallen sind und bevor der Saft aufsteigt.

Nach dem Schneiden werden die Weidenruten nach Dicke und Länge sortiert. Je nach gewünschtem Aussehen können die Weidenruten entrindet werden, um eine weiße Weide zu erhalten, oder mit ihrer Rinde belassen werden, was eine rohe Weide ergibt. Anschließend werden die Weidenruten an einem trockenen Ort gelagert, um zu trocknen. Die erforderliche Mindesttrocknungszeit beträgt etwa 30 Tage.

Die Vorbereitung der Weide
Damit sich die Weidenruten beim Flechten gut verarbeiten lassen, müssen sie zunächst in kaltem Wasser gebadet werden. Dabei werden die Weidenruten in mit Wasser gefüllte Bottiche getaucht. Die Dauer der Bäder hängt von der Größe der Weidenstränge ab. Bei längeren Weidenruten können die Bäder bis zu vier Tage dauern. Das Einweichen der Weiden ist ein wichtiger Schritt, denn es weicht die Fasern der Weidenstränge auf und erhöht ihre Flexibilität. Dadurch wird der Weidenstrang weicher und lässt sich leichter verarbeiten, was wiederum das Flechten erleichtert. Ein gutes Einweichen verhindert auch, dass die Weide beim Flechten bricht.

Das Flechten
Um einen guten Korb herzustellen, muss man von einer guten Basis ausgehen. Die Herstellung eines Korbes beginnt also mit dem Flechten der Basis, die den Boden des Korbes bilden wird. Der Korbflechter verwendet in der Regel dickere, steifere Stränge, um eine feste Struktur zu bilden, in die dünnere Stränge eingeflochten werden, um ein dichtes und festes Gewebe zu schaffen. Dieser Schritt ist entscheidend, da er die Stabilität des gesamten Korbes sicherstellt.
Sobald die Basis fertig ist, werden vertikale Weidenstreben hinzugefügt, um die Struktur der Korbwände zu bilden - das sogenannte Strebenstechen. Diese steiferen Pfosten dienen als Stütze für die dünneren Stränge, die um sie herum geflochten werden, das sogenannte Fackelziehen.

Das Flechten der Wände ist der längste und heikelste Schritt bei der Herstellung eines Korbes. Der Korbflechter flechtet die Weide, indem er die Stränge abwechselnd um die Streben legt und so eine feste Wand schafft. Es gibt verschiedene Flechttechniken, wie das einfache Flechten oder das Kreuzgeflecht, mit denen man mit der Ästhetik und der Robustheit des Objekts spielen kann.

Sobald die gewünschte Höhe erreicht ist, ist es an der Zeit, die Einfassung herzustellen, die dazu dient, den oberen Teil des Korbes zu verfestigen. Dies geschieht durch Umklappen und Verflechten der Streben in sich selbst oder durch Hinzufügen neuer Stränge, um einen dekorativen und funktionalen Effekt zu erzielen.
Dieser Endfertigungsschritt sorgt dafür, dass der Korb nicht nur gut aussieht, sondern auch stabil ist.

Wenn der Korb fertig geflochten ist, lässt man ihn mehrere Tage an der Luft trocknen, damit die Weide ihre natürliche Steifigkeit wiedererlangt.
Vervollständigung des Korbes
Der Korb wird dann den erfahrenen Händen der Näherinnen anvertraut. Diese bringen am Korb einen Griff, einen Schulterriemen, ein Kühlfach und alle notwendigen Gurte an, um das Geschirr und die Accessoires sicher zu halten. Diese Arbeit erfordert eine gewisse Geschicklichkeit, damit die Arbeit des Korbmachers nicht beschädigt wird. Nach mehreren Tagen Arbeit entstand schließlich der Picknickkorb „Les Jardins de la Comtesse“.
Das Flechten von Weidenkörben ist zwar technisch anspruchsvoll und aufwendig, aber dennoch eine aufwertende handwerkliche Tätigkeit, die es vielen Bauernfamilien ermöglicht, ihr Einkommen zu verbessern und gleichzeitig ein althergebrachtes Know-how zu bewahren. Das chinesische Korbflechthandwerk ist regional stark verankert und bietet durch die Verwendung lokaler natürlicher Ressourcen und die Herstellung von nützlichen und dekorativen Gegenständen eine nachhaltige und umweltverträgliche wirtschaftliche Alternative für ländliche Gemeinden.